Das holotrope Atmen!
Verändere Dein Bewusstsein!
Wenn wir all die Dinge tun, die wir so im Alltag tun, wenn wir denken, fühlen, vor uns hin träumen, wenn wir wahrnehmen und handeln, vergessen wir oft, was uns all das ermöglicht. All dies geschieht vor dem Hintergrund eines Bewusstseins von uns selbst und der Welt. Das bedeutet, dass die Art und Weise wie wir uns selbst und die Welt wahrnehmen, maßgeblich von unserem Bewusstseinzustand abhängt. Was wäre aber nun, wenn sich unser Bewusstseinszustand verändern würde?
Veränderte Bewusstseinzustände
In vielen Kulturen und Naturvölkern hat es seit langer Zeit immer wieder Techniken und Methoden gegeben, um unser Alltagsbewusstsein zu erweitern bzw. zu verändern. Dies geschah manchmal unter Einsatz psychotroper Substanzen, oft aber auch ohne. Es lassen sich nämlich auch über Atemtechniken und den Einsatz von Rhythmen z.B. durch Trommeln oder durch Meditation, Veränderungen des Bewusstseinzustandes erreichen.
Warum sein Bewusstsein verändern?
Oft stand ein Anliegen nach tieferer Erkenntnis seiner selbst und der Welt im Hintergrund. Die bewusstseinsverändernden Techniken wurden deshalb meistens in einem religiös-rituellen Rahmen praktiziert. Man wollte mit tieferen Aspekten des Seins oder der Welt des Göttlichen in Beziehung treten, wollte herausfinden wer man selbst und was die Welt im Eigentlichen ist. Wenn sich unser Bewusstsein erweitert und vertieft, können wir in Erlebens- und Wahrnehmungsbereiche eintreten, die uns normalerweise verschlossen sind. Wir erweitern den Rahmen unserer Persönlichkeit und können Erfahrungen machen, die unser Selbstverständnis, unser Verständnis der Welt und unseren Lebensweg bereichern.
Das holotrope Atmen
Das holotrope Atmen, das 1975 von dem Psychiater und Psychoanalytiker Stanislav Grof entwickelt wurde, ist eine Methode, die viele der seit jeher bekannten Techniken und Elemente vereint, um veränderte Bewusstseinszustände zu induzieren. Diese Technik, die in Österreich als psychotherapeutische Zusatzausbildung anerkannt ist, ist eine Synthese aus beschleunigter und vertiefter Atmung, begleitender Musik und Körperarbeit. Als psychotherapeutische Methode eröffnet Sie Heilungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im Sinne der seelischen Integration unverarbeiteter oder abgespaltener Erfahrungen, Gefühle und Lebensthemen. Eine wesentliche Rolle spielt hierbei auch der Körper. Oft manifestieren sich unverarbeitete Erlebnisse in chronischen Muskelspannungen. In der Körperarbeit werden diese Muskelspannungen gelöst, was einen Bewusstwerdungs- und Integrationsprozess fördern kann.
Mögliche Erfahrungen
In veränderten Bewusstseinszuständen eröffnet sich ein breites Spektrum von möglichen Erfahrungen. Der erste Bereich umfasst personale Aspekte, dass heißt Erfahrungsinhalte, die mit der eigenen Lebensgeschichte und Vergangenheit in Beziehung gesetzt werden können. Der nächste Bereich betrifft transpersonale Erlebnisse. Das sind Erfahrungen in denen man das Gefühl hat, mit seinem Bewusstsein Zeit-, Raum und Körpergrenzen zu überschreiten. Darüber hinaus gibt es auch noch den Bereich spiritueller Erfahrungen. Hier können es, müssen aber nicht zwangsläufig, religiöse Motive und Inhalte sein, die sich in veränderten Bewusstseinszuständen zeigen. Sie haben jedoch fast immer eine tiefgehende Bedeutung für den sie erfahrenden Menschen. Zudem können sich Erfahrungsinhalte zeigen, die in einem sinnvollen Zusammenhang mit der derzeitigen Lebenssituation stehen und einen möglichen nächsten Entwicklungsschritt oder Entscheidungsprozess markieren bzw. einleiten
Die Studie
Wer beim Lesen der vorhergehenden Zeilen neugierig geworden ist, wird verstehen, dass diese Methode bei mir und meinem Kollegen Johannes Röhrens auch auf psychologisch-wissenschaftliches Interesse gestoßen ist. Wir haben selbst auch schon beide an holotropen Atemseminaren teilgenommen, was uns darin bestärkt hat, im Rahmen unserer beiden Diplomarbeiten eine Untersuchung dieser Methode durchzuführen. Der aktuelle Stand der Forschung zeigt, dass es nahezu keine empirischen Untersuchungen zum holotropen Atmen gibt, obwohl es als Intervention großes Potential für die Psychotherapie und Persönlichkeitsentwicklung hat. Unsere Diplomarbeiten werden am Institut für Psychologie der Universität Innsbruck (Österreich) durchgeführt.
Selbsterfahrungsseminare
Da es sich bei unserer Untersuchung um eine empirische Studie handelt, werden erfahrene TherapeutInnen in Innsbruck holotrope Atemseminare abhalten. In diesen Selbsterfahrungsseminaren, die über eineinhalb Tage gehen, hat man die Möglichkeit das holotrope Atmen und veränderte Bewusstseinszustände kennen zu lernen.
Weitere Infos zu den Workshops und der Anmeldung auf der Website www.transpersonalresearch.org
Zion am 23 Mrz 2007 in Bewusstsein
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