Meditation
Meditation ist für alle geistig Strebenden weltweit ein vertrautes Thema. Darüber wurden viele Bücher, Vorträge und Artikel geschrieben bis hin zu dem Punkt, dass ringsherum ein großer giftiger Vorhang des Mysteriums, des Zaubers, des Aberglaubens und der Ehrfurcht zugezogen wurde. Viele denken, dass Meditation immer ein paar magische Phänomene produzieren müsste, sonst hätte man versagt. Andere denken, sie könnte nur in einer bestimmten Position mit einer besonderen Atemtechnik und/oder dem Singen verschiedener Gottes-Namen geschehen. Andere meditieren davon ausgehend, dass die Handlung spezielle spirituelle Kräfte verleihen wird.
Meditation hat in sich selbst keinen besonderen Wert, da man über ein Verkaufsprogramm, wie man einen Partner findet oder die eigene Beziehung zum Schöpfer meditieren kann.
WORÜBER man meditiert, ist das Wesentliche für den geistig Strebenden.
Meditation wird manchmal als „Heilig“ angesehen. Doch nur das richtige Thema der eigenen Meditation kann sie wirklich „heilig“ machen. Für die erfolgreiche Ausübung dieser Kunst ist es wesentlich, dass wir unsere falschen Ansichten über die Meditation verlieren.
Meditieren ist eine ziemlich natürliche menschliche mentale Aktivität. Über etwas nachzudenken oder eine Frage mit dem Wunsch des Verstehens zu überlegen, heißt meditieren. Es hat keinen automatischen spirituellen Wert, wie viele annehmen, aber mit der richtigen mentalen Orientierung und beständiger Durchführung kann es in seiner Wirkung befreiend und erleuchtend sein. „Wovon befreiend?“ fragen die Intellektuellen. Befreiend von der Illusion der Trennung und der Identifikation mit den Persönlichkeitsmustern des Ausdrucks - davon! Meditation ist die Abschlussübung für alle auf dem Pfad der Rückkehr, Anfänger bis Adept, deren objektive Betrachtung der Welt durchgehend geworden ist. Es ist ihre Verbindung mit der höheren Realität, das dritte Auge, das die Erscheinungsformen durchschaut und den wesentlichen Nutzen der Erscheinungen im evolutionären Prozess versteht. Auferlegte Blindheit hindert am Sehen, und Meditation ist eine Art des Sehens.
Unser Eintritt in die Praxis der Meditation wird vom Inneren Lehrer begleitet.
Wenn die Zeit für die Entfaltung seines Instruments durch die Entwicklung der Meditationsfertigkeiten gekommen ist, erfüllt uns der Innere Lehrer mit dem Verlangen, ein Mysterium zu durchdringen oder in unserer Welt durch die beiden Arten der Meditation, rezeptiv oder projizierend, einige innere oder äußere Bedingungen zu schaffen. Im Gegensatz zu seinem Namen ist der rezeptive Typ sehr intensiv auf eine Frage ausgerichtet, aber ohne die Anspannung, eine bestimmte Antwort erhalten zu müssen. Projizierende Meditation ist die meditative Imagination von Dingen oder Bedingungen, die sich in unserer Welt manifestieren sollen.
Das Loslösen von den Ergebnissen unserer Meditation ist eine Voraussetzung für den Erfolg unserer Bemühungen. Anspannung oder Ängstlichkeit wegen der Wirksamkeit des Bildes ist ein Hemmschuh des Erfolges, da sie dem Unterbewusstsein die Möglichkeit des Misserfolges suggerieren. Der Manifestation einen Zeitplan vorzugeben, kann sie auch behindern. Es sieht so aus, als ob wir den Erfolg der Meditation ein paar mal erfahren haben müssen, um Vertrauen zu diesem Prozess haben zu können, eine paradoxe Situation, aber wahr! Denn selbst, wenn Du zu gewinnen scheinst, verlierst Du! Es ist so, als ob man Dir erzählen würde, dass Du nicht in eine Stätte gehen kannst, wenn Du nicht schon einmal da gewesen bist - wie ein Groucho Marx-Spruch. Nur ein anderes Paradox des Lebens.
Wenn wir spirituell wachsen, was eine andere Bezeichnung für zunehmend bewusste Wahrnehmung ist, wird rezeptive Meditation mehr und mehr unsere hauptsächliche Methode des Informationserhalts werden; damit nimmt unsere Abhängigkeit von den Erfahrungen anderer Leute und den Schlussfolgerungen, die wir in Büchern finden, ab. Allerdings muss die Berichtigung vieler Vorstellungen des Massenbewusstseins, die auf dem Getrenntsein basieren, erfolgt sein, bevor wirklich erfolgreiche Meditation stattfinden kann, und dies wird hauptsächlich durch unsere Studien geschehen. Ein Beispiel dafür, wie unsere Vorstellungen unsere Meditation beeinflussen: Wenn man glaubt, dass die Erde eine Scheibe ist, wird Meditation keine Widerlegung dieses Glaubens produzieren. Dieser Glaube wird die unterbewusste Befragung nur in das Reich der Ideen der Scheiben-Welten führen. Wenn man glaubt, dass wir unabhängige, selbst-bestimmte Kreaturen sind, wird das Meditieren nur Ideen zurückbringen, die diesen Glauben verstärken.
Ein Meister der Inneren Schule hat gesagt: „Solange der Schüler glaubt, dass auch nur irgendetwas aus der physischen Ebene (Malkuth) hervorgeht, kann kein wirklicher Fortschritt gemacht werden.“ „Gibt man Mist ein, kommt Mist raus“, wie sie in der Computersprache sagen. Der mentale Filter der falschen Schlüsse über uns selbst, unseren Schöpfer, unsere Beziehung zu unseren Mitmenschen und warum wir hier sind, muss grundlegend korrigiert werden, bevor wir durch Meditation verlässliche Informationen erhalten können. Das sind die gewöhnlichen Methoden, um mentale Scheuklappen als Vorbereitung auf wirklich nutzbringende Meditation loszuwerden.
Wir kommen nun zum wichtigen Thema der Konzentration. Eine östliche Definition der Meditation ist „Ungebrochenes Wissen über ein Thema“. Gewöhnlich erleben wir unsere ersten Versuche zu meditieren als ziemlich verstreut, da unsere Aufmerksamkeit wie ein Welpe ohne Leine herumwandert. Es gibt allerdings einige Faktoren, die unserer Konzentration helfen und den Welpen an die Leine legen können:
1. Ort und Zeit der täglichen Meditation
2. Körperhaltung
3. Atmung
4. Intonieren
5. Intensität des Interesses am Thema
Aufmerksamkeit folgt dem Gefühl wie alle wissen, die nächtelang wachgelegen und sich Sorgen gemacht haben. Es ist also richtig, dass spezifisch ausgerichtete Aufmerksamkeit zur Kontrolle der Emotion benutzt werden kann. Um beim Meditieren erfolgreich zu sein, muss die Energie im Emotionalkörper beruhigt werden, damit unsere Aufmerksamkeit konzentriert bleiben kann.
Der Prozess, der der Meditation vorausgeht, bedeutet, die Gefühle und den Körper schlafen zu legen, während der Geist hellwach bleibt. Wenn wir jeden Tag zur gleichen Zeit und am gleichen Ort meditieren, wird, wenn die Zeit naht, eine Nachricht an das Unterbewusstsein gesandt, dass es nun Zeit zum Meditieren ist - Gefühle legt euch jetzt bitte schlafen, ihr könnt euch später sorgen. Daher ist Wiederholung ein wichtiger Faktor, der uns in einen Meditationszustand versetzt.
Ich hatte einen sehr bequemen Sessel, in dem ich jeden Tag meditierte. Nachdem ich ihn einige Jahre dafür verwendet hatte, konnte ich in diesem Sessel nicht mehr normal sitzen, ohne in einen Meditationszustand zu fallen. Mein Unterbewusstsein wusste ganz genau, wofür dieser Sessel da war!
Bequemlichkeit scheint ein wichtiger Faktor beim Meditieren zu sein, da Unbequemlichkeit zudringlich ist und unsere Aufmerksamkeit festhält. Wenn Du herausgefunden hast, dass der Lotus-Sitz bequem und eine positive Hilfe beim Meditieren ist nimm ihn ein.
Ich habe beobachtet, dass die Gelenke in unseren westlichen Knien und Hüften in dieser Position nicht sehr glücklich zu sein scheinen, aber es gibt immer jene biegsamen Erwartungen. Ich erinnere mich an das erste Mal, als ich endlich einen vollen Lotus schaffte, alles, worüber ich meditieren konnte, war der Schmerz und wie ich einen Gabelstapler oder ähnliches herbeiholen könnte, um wieder herauszukommen. Masochistische Positionen helfen der Meditation nicht.
Gleichmäßiges und tiefes Atmen ist eine definitive Hilfe beim Beruhigen der Gefühle. Tief Atmen bedeutet nicht, einzuatmen und den oberen Brustkorb bis an seine Grenzen hochzuziehen, sondern ein angenehmes, bewusstes Füllen des unteren Bauches, eine angenehme Pause, dann ein entspanntes und ruhiges Ausatmen, und dann wieder von vorn - wobei wir unsere Aufmerksamkeit beim Prozess lassen. Das ist eine dreiphasige Handlung, und der Beruhigungseffekt der Gefühle tritt fast sofort ein. Singen hat einen ähnlichen Effekt, besonders wenn richtig geatmet wird und die Aufmerksamkeit auf der Bedeutung des Singens liegt. Beide Übungen sorgen dafür, dass sich die Aufmerksamkeit auf etwas konzentriert, außerdem lassen die momentanen emotionalen Ablenkungen und die Turbulenzen nach. Unser kleiner Aufmerksamkeits-Welpe ist an die Leine gelegt.
Nun kommt das Schlüsselelement der Meditation - das Wünschen. Das trifft auch auf alle Aktivitäten unseres Lebens zu und darauf, wie wir durch den Inneren Lehrer zur Selbst-Erkenntnis manipuliert werden. Meditation wird einfach, wenn wir an ihrem Thema sehr interessiert sind.
Tatsächlich wird sie unvermeidbar, da Gefühle Aufmerksamkeit erfordern. Wie können wir nicht über den/die Geliebte/n meditieren? Die Aufmerksamkeit für etwas zu erzwingen, an dem wir nicht interessiert sind, ist praktisch unmöglich, es sei denn, wir fabrizieren etwas Interessantes um das Thema herum. Die Motivation zum Meditieren kommt immer, wenn wir nach einem Weg suchen, um anderen zu helfen. Bei dem Versuch, unsere Einheit zum Ausdruck zu bringen, suchen wir mit unserem Bewusstsein nach der Weisheit in unseren Ausdrucksformen. Meditation ist schon immer das Werkzeug des wahren Lehrers gewesen. Wenn Du vor der Aufgabe stehst, einer Klasse die immerwährenden Prinzipien erklären zu müssen, wirst Du meditieren, wenn es Dir wirklich etwas bedeutet, und Du wirst es im Stehen, im Sitzen, beim Autofahren, beim Abwaschen, wie oder wo auch immer tun. Wenn der Wunsch vorhanden ist, ist das eine wahrhaft natürliche Funktion im Menschen, und dann kann es fortlaufend werden.
Wenn man erkennt, dass man durch das Meditieren eine offene Tür zu jeglichem Wissen gefunden hat, ist das wie eine ungeheuere Befreiung von einer uralten Knechtschaft. Unsere Glaubensstruktur hinsichtlich unseres Schöpfers, uns selbst und des Sinnes unseres Hier seins ist unsere einzige Begrenzung, da die Meditation nur die vorhandenen mentalen Strukturen erweitert; und der Sinn unserer Studien besteht darin, die Fehler in unseren Wahrnehmungen intellektuell auf die Realität hin zu verändern.
Zion am 30 Mrz 2007 in geistiges Denken, Bewusstsein
4 Kommentare zu “Meditation”
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Hellowien am 19 Apr 2007 um 19:47 #
super artikel über mediation und echt ausführlich beschrieben! ganz deiner meinung
Madras am 22 Apr 2007 um 12:17 #
Ja, aber was macht man genau, wenn man staendig mit einer Gedankenflut zu kaempfen hat? Diese Frage stellen sich doch die meisten. Dabei ist es kein Wunder: je mehr Reizueberflutung von Aussen, desto mehr von Innen. Das Unterbewusstsein merkt sich alles, speichert alles, und viele Dinge werden durch Meditation erweckt. “Gedankenstille” erreichen viele dann nurnoch durch Schock oder Trauma…
Ralf am 28 Apr 2007 um 09:39 #
Passt sehr gut
… gefällt mir sehr, dein Artikel über Meditation…
Geistheiler am 20 Jul 2007 um 21:16 #
Das stimmt, dass Meditation sehr einfach wird wenn wir sie in ihrer wahren Tiefe erfahren. Die meisten Versuche bleiben jedoch nur Versuche, da der Meditierende meist von Neugier angetrieben wird. Dies ist kein rechter Motivationsfaktor und lässt und auch schnell unsere Grenzen erkennen. Hingabe ist hier gefragt und frei sein von jeglichen Erwartungen.
Gruß
Jürgen